Atemluft

Die Atemluft und deren Anforderungen.

 

Wir haben es alle irgendwann einmal gelernt, das die Atemluft sauber, trocken und Fettfrei sein muss.

Und da fangen unsere Probleme an: « Wie kann ich denn die Qualität der Luft in meiner Flasche überhaupt erkennen oder gar beurteilen? Â»

 

Leider muss man sagen: « So gut wie Gar nicht! Â»


 

Ich will mich jetzt hier nicht hinstellen und schulmeisterlich die Norm der Qualität von Atemluft herbeten. Sicher ist: Jedes mg Wasser, jedes mg Öl und jedes für unsere Atmung nicht förderliche ml anderes Gas – ist einfach zu viel.

Ein paar allgemeine Hinweise für schlechte Atemluft kann man sich schon merken.

  • Riecht die Luft am Lungenautomaten (durch drücken der Luftdusche) nach « alte Maschinenfabrik Â»? Denn man kann stark ölige Luft durchaus riechen.

  • Seht euch den Kompressor rein äusserlich an. Eine gut gewartete Maschine lässt niemand äusserlich verölen. Der Kompressorraum soll groß genug sein um die anfallende Wärme der Maschine wegzuleiten. Denn, sollte der Kompressor zu heiss werden kann das Öl während der Kompression im Zylinder verkoken. Die Kiste läuft nachher schlimmstenfalls als Dieselmotor.Es entsteht dadurch CO und CO2 in der Atemluft.

  • Gibt es zum Kompressor ein lückenlos geführtes Wartungsbuch? Dort werden Instandhaltungsmassnahmen wie Ölwechsel und Filterwechsel dokumentiert.

  • Fragt ruhig in einem lockeren Gespräch den « Maschinisten Â» nach der Filterstandzeit, und ob es in der Luftaufbereitung noch andere Geräte installiert sind. Ich denke da an eine elektronische Feuchtigkeitsüberwachung, oder an einem Kältetrockner.

Ihr seht, man kann durchaus, ein wenig Grundwissen vorausgesetzt ganz grob die Qualität der Luft auf einer Basis einschätzen.

Trotzdem will ich den « schwarzen Peter Â» schlechter Atemluft nicht nur dem Kompressorbetreiber rüberschieben. Auch die Angaben der Hersteller zum Thema Filterstandzeiten sind meines Erachtens nach schwach. Es reicht nicht die Filterstandzeit nach den gelaufenen Betriebsstunden des Kompressors anzugeben. Denn: warme Luft kann wesentlich mehr Wasser in sich aufnehmen als eiskalte. Wenn sich während der Kompression die Luft stark erhitzt und sie dann ohne Abkühlung in den Filter gelangt, muss der Filter 100% ige feuchte Luft auf fast 0% Feuchte bringen. Das Trocknungsmittel (Molekularsieb oder Silicagel) kann max 20% sines Eigengewichts mit Wasser aufsaugen. Und schraubt mal eine Triplex Filterpatrone von Bauer auseinander, da ist nicht viel Molekularsieb drin. Noch ein paar eigentlich überflüssige Bemerkungen zum Thema Flaschenfüllen. Ehe der Füllschlauch des Kompressors an das Ventil angeschraubt wird sollte der Anschluss am Ventil mittels kurzzeitigem Öffnens des Ventils sauber und trocken geblasen werden. Wenn sich dort jeweils nur ein Tropfen Wasser gesammelt hat, wird dieser in die Flasche gedrückt. Nach ein paar hundert Füllungen ist das schon ein Schnapsglas voll. Das sind beste Voraussetzungen für einen eingefrorenen Automaten. Und die Flasche selbst rostet schnell vor sich hin. Auch bei den so guten « Apolda Â»- Flaschen musste schon nach kurzen 3 Jahren eine zum Schrott. -ROST-

Abschließend kann man als normaler Sporttaucher durchaus an den o.g. Indizien erkennen ob die Atemluft den gesetzlichen Mindestanforderungen entspricht oder nicht. Des weitreren ist der korrekte Umgang der Flasche eines Tauchers massgeblich davon abhängig, ob sich Wasser in der Flasche sammeln kann oder nicht.

 

Kai Dietterle

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